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Eine Auszeit in der Welt der Benediktiner


Eine Auszeit bei den Benediktinern nehmen: Seit 2018 besteht das Projekt „Klosterzeit”, das vom schweizerischen Benediktinerkloster Einsiedeln koordiniert wird. Es bietet Männern zwischen 18 und anfangs 30 die Möglichkeit, in einem Dutzend Klöster der Benediktiner in verschiedenen Teilen der Welt zwischen sechs und zwölf Monate mitzuleben, mitzuarbeiten und mitzubeten. Ihre „Klosterzeit” können die Teilnehmer in verschiedenen Klöstern verbringen; die Mindestdauer ihres Aufenthaltes an einem Ort beträgt jedoch drei Monate.

Viele Junge nehmen sich heute bewusst eine längere Auszeit im Kloster, etwa nach erfolgreichem Abschluss eines Ausbildungsziels. Während dabei die einen auf Reisen gehen und neue Kulturen entdecken, wollen sich andere sozial engagieren und arbeiten ehrenamtlich in verschiedenen Projekten weltweit. Dies ist der Ausgangspunkt der Idee des Projekts „Klosterzeit”, das all die genannten Elemente unter einen Hut bringt: Sich in den Dienst für andere stellen, die Welt entdecken und dabei den eigenen Horizont erweitern.

Das Projekt „Klosterzeit”

Das Projekt „Klosterzeit” greift auf eine einmalige Chance zurück, die der Benediktinerorden bereithält, indem dieser eine weltumspannende Gemeinschaft bildet, die in vielen Kultur- und Sprachregionen dieser Erde mit Klöstern präsent ist. Viele dieser Klöster sind heute aufgrund ihrer kleiner werdenden Gemeinschaften vermehrt auf die tatkräftige Unterstützung von aussen angewiesen. Während sie von der Mitarbeit der Teilnehmer der „Klosterzeit” profitieren, haben die jungen Männer während ihrer Zeit in einem oder mehreren Klöstern die Möglichkeit, den christlichen Glauben neu zu entdecken oder zu vertiefen. Eine Situation also, die allen Beteiligten reiche Vorteile bietet. Ein besonderes Erlebnis ist natürlich ein Aufenthalt in einem ausländischen Kloster, indem sich dadurch die Möglichkeit eröffnet, eine neue Kultur und Sprachwelt zu erleben.

Vielfältige Einsatzbereiche

Die Einsatzbereiche der Teilnehmer der „Klosterzeit”, die neben freier Kost und Logis auf sonstige Entschädigung verzichten, sehen je nach Tätigkeiten der einzelnen Klöster sowie je nach Talent, Interessen und Fähigkeiten unterschiedlich aus. Während beispielsweise in Einsiedeln die Mitarbeit in der Wallfahrt, bei administrativen Arbeiten, im Kircheninnern, im Garten oder in den Werkstätten (Buchbinderei, Kellerei etc.) denkbar ist, sind die Mönche der Dormitio Abtei in Jerusalem und in Tabgha froh um Mithilfe bei der Betreuung der Pilger und Touristen im Klosterladen sowie in der klostereigenen Cafeteria.

Ein weltweites Netzwerk

Das Projekt „Klosterzeit” weist ein beeindruckendes Netz von Klöstern auf. Neben den bereits genannten beiden Gemeinschaften sind dies unter anderem – um einen Eindruck der geographischen Weite zu geben – die Abtei Fleury in Frankreich, das Priorat Tabgha im Heiligen Land, die südkoreanische Abtei Waegwan oder die Benediktinergemeinschaft in Sant‘ Anselmo in Rom. Auch in den USA kann man mit den Abteien St. Meinrad (Indiana), St. Joseph (Louisiana) und St. John (Minnesota) zwischen drei Gemeinschaften aussuchen.

Erfahrungen bisheriger Teilnehmer

13 Männer haben sich in den letzten vier Jahren – Stand Ende 2022 – eine solche „Klosterzeit” gegönnt. Festgehalten haben sie dabei ihre Eindrücke in Blogs, in denen sie regelmässig von ihren Erlebnissen berichten. Aus diesen Texten wird deutlich, dass neben Gebet und Arbeit genügend Zeit für Entdeckungstouren im fremden Land bleibt, zu denen man teilweise auch von Mönchen eingeladen wird. Überhaupt sind die „Klosterzeitler” sehr gut in die Gemeinschaften integriert, zumal sie ja auch eine längere Zeitspanne mit ihnen mitleben und so schon fast zu einem Teil von ihnen werden.

Katholisch muss man übrigens nicht sein, um eine „Klosterzeit” machen zu können – und schon gar nicht bereits ein grosses Wissen über Klöster und Glauben haben. Voraussetzung ist lediglich die Bereitschaft, sich in die Gepflogenheiten einer klösterlichen Gemeinschaft einzufügen, sowie die Offenheit, mehr über den Glauben und die benediktinische Lebensweise zu lernen.

Gestartet wird dabei vier Mal im Jahr, mit einer Einführungswoche in Einsiedeln, bei der man die ersten wichtigsten Grundkenntnisse über das Klosterleben mitbekommt: Ende Februar, Ende Mai, Ende August sowie Ende November.

Weitere Informationen zum Projekt „Klosterzeit” sowie Anmeldemöglichkeit sind auf der Homepage zu finden.